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Nach dem der Landrat im vergangenen Februar einer unformulierten Initiative zugestimmt hat, welche den Ausstieg aus dem Fremdsprachenkonzept «Passepartout» gefordert hat, versuchen Vertreterinnen und Vertreter der Landratsfraktionen, der Gewerkschaften, der Wirtschaft, der Schulleitungskonferenzen, der Lehrpersonen und weitere Anspruchsgruppen gemeinsam einen Kompromiss zu finden, welcher eine Lösung in der Diskussion um die Fremdsprachenlehrmittel bringt. Das oberste Ziel dabei muss sein, dass die Schülerinnen und Schüler nach der Primar- und Sekundarschule jeweils die im Lehrplan festgeschrieben Kompetenzen und/oder Stoffinhalte erreichen können. Die Resultate der durchgeführten Passepartout-Hearings, welche in dieser Zeitung veröffentlicht wurden, zeigen auf, dass ein grosser Teil der Lehrpersonen mit den aktuellen Lehrmitteln nicht zufrieden ist und sich eine Alternative wünscht. Dies gilt es zu respektieren. Gleichzeitig soll es meiner Meinung nach weiterhin jenen Lehrpersonen, welche gerne mit «Mille Feuilles», «Clin d’oeil» oder «New World» arbeiten, möglich sein, die Schülerinnen und Schüler damit zu unterrichten. Auch hier muss die Bedingung sein, dass die Kinder und Jugendlichen die Ziele des Lehrplans erfüllen. Der zur Diskussion stehenden Idee, dass den Lehrpersonen sogenannte «Leitlehrmittel», etwa drei bis vier Lehrmittel, zur Auswahl vorgegeben werden, kann ich sehr viel abgewinnen. Die Lehrpersonen sollen die für sie und für ihren Unterricht passenden Lehrmittel aussuchen können. Für mich gehören die bisher eingesetzten Passepartout Lehrmittel auch dazu. Weiter sollen die Lehrpersonen möglichst bei der Auswahl der Leitlehrmittel mitreden können. Welche weiteren Lehrmittel ausser den Passepartout Lehrmitteln dies sein sollen, das wird aktuell in Arbeitsgruppen von Fremdsprachenlehrpersonen aus der Primar- und der Sek1 eruiert. Alle weiteren Lehrmittel, welche es weltweit für das Erlernen des Englischen und des Französischen gibt, sollen von den Lehrpersonen ergänzend gebraucht werden dürfen. Ein deutliches Nein richte ich aber an jene Kräfte, welche gewisse Lehrmittel strikt an den Schulen verbieten möchten.

Fakt ist weiter auch, dass der überwiegende Erfolg der Unterrichtsqualität nicht die jeweiligen Lehrmittel ausmachen, sondern die Lehrpersonen. Ich habe grosses Vertrauen in die Fremdsprachen-Lehrpersonen im Baselbiet. Sie bringen den Schülerinnen und Schüler die jeweilige Fremdsprache nach ihrem besten Wissen bei.

Ein weiterer Punkt, den man dringend angehen muss, ist das systematische Auseinanderdividieren zwischen den Primar- und Sekundarschulen, welches momentan stattfindet. Die Schnittstelle, also das was eine Primarschülerin am Ende der Primarschule können muss, soll mittels Kompetenzen und auch Stoffinhalten definiert werden. So wissen die Sekundarlehrpersonen, was die ehemaligen Primarschülerinnen und -Schüler mitbringen und die Primarlehrkräfte wissen, wie weit sie mit ihren Schülerinnen und Schülern kommen sollten.

Meine hier formulierte Haltung als Sozialdemokratin mag überraschen, schliesslich hat sich die SP in den früheren Jahren klar für Passepartout positioniert. Ich bin nun aber zur Überzeugung gekommen, dass wir den Lehrpersonen im Rahmen der Möglichkeiten die Freiheit überlassen sollten, mit welchen Lehrmitteln sie unterrichten. In diesem Rahmen ist es an ihnen zu beurteilen, wie die Kompetenzen und Stoffinhalte des Lehrplans erreicht werden. Zusätzlich von hoher Wichtigkeit ist aber auch, dass es bald eine Lösung gibt. Weitere Initiativen verzögern eine sinnvolle Lösung nur. Die Verwaltung muss vorwärts machen, damit die Lehrpersonen Klarheit haben. Denn unsere Kinder sind es wert.

Miriam Locher, Fraktionspräsidentin SP, Pädagogin aus Münchenstein

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