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Replik zum Gastkommentar von Felix Hoffmann vom 14. August 2017, Schulreformen als Mittel zum Zweck

Im vergangenen Jahrzehnt war unsere Schullandschaft geprägt von Veränderungen. Einerseits durch die Schulreform im Zusammenhang mit der nationalen Schulharmonisierung, zu der die Bevölkerung mit grossem Mehr «Ja» gesagt hat. Einer Harmonisierung, die in einer immer mobileren Schweiz sinnvoll und nötig ist. Dieses „Ja“ hat die Bevölkerung bei verschiedenen Abstimmungen jeweils bestätigt So ist der Lehrplan 21 ein kleiner Teil dieses über 10-jährigen nationalen, demokratisch legitimierten Prozesses.

Andererseits wurde unser Schulsystem in den letzten Jahren immer wieder zum Spielball der Rechtskonservativen und so einige Male arg durchgeschüttelt. Und wir sprechen hierbei von der Primarstufe, über die Sekundarstufe 1 bis hin zur Sekundarstufe 2. Alle Bereiche sind von schädlichen Abbaumassnahmen und Veränderungen betroffen. Kurz gesagt: Der Neoliberalismus ist auch in der Schullandschaft angekommen. Sei es nun bei den Arbeitsbedingungen der Lehrpersonen wie zum Beispiel bei den Lohnkürzungen und der Pensionskasse. Aber auch in der Infrastruktur, beim Gebäudezustand und ganz generell bei den Investitionen in unsere Schulen, welche stetig abnehmen. Das Motto der Rechten und Neoliberalen lautet Abbau, Abbau und nochmals Abbau. Wir sind die einzige Partei im Landrat, die sich konsequent dagegen wehrt!

Die Gründe für diese schwerwiegenden und äusserst schlechten Umstände sind ganz sicher nicht in der Schulreform zu finden. Im Gegenteil. Die aktuelle Schulreform als Mittel für die Installation privatwirtschaftlicher Geschäftsmodelle in den öffentlichen Schulen darzustellen, ist schlicht falsch. Die wahren Gründe finden sich in der Politik, genauer der Abbaupolitik der rechtskonservativen Kräfte.

Die SP stört sich massiv an betriebswirtschaftlichen Betrachtungsweisen auf das ‚Produkt’ Schule. Bei der Vereinheitlichung der Prüfungsstandards beispielsweise, hat sich die SP deshalb im Gegensatz zur neoliberalen FDP auch immer gegen Checks und Rankings gewehrt.

Dass Reformprozesse bei zahlreichen und kleinräumigen Schulsystemen nicht reibungslos ablaufen, liegt in der Natur der Sache. Und eine sorgfältige Evaluation und Anpassung der Reform ist auch aus unserer Sicht notwendig – wie es eben beim Beispiel „Passpartout“ geschieht und auch dringend von Nöten ist.

Die SP sucht regelmässig den Kontakt zu und den Austausch mit den demokratisch legitimierten Institutionen LVB, vpod und AKK und trägt die Entscheide des Bildungsrates mit. Unsere Forderung nach einer Erhöhung des Lektionendeputats, der Lehrpersonenlektionen pro Klasse, auf der Sekundarstufe 1 stärkt die Stundentafel, verbessert die Unterrichtsqualität und gibt dem Bildungsrat mehr Handlungsspielraum.

Die SP setzt sich für gute Arbeitsbedingungen für Lehrpersonen ein, da sie weiss, dass motivierte, gut ausgebildete und engagierte Lehrkräfte der wichtigste Faktor für den Bildungserfolg unserer Kinder und die Zukunft sind. Und die SP wehrt sich sehr dezidiert gegen reaktionäre Kräfte ohne demokratische Legitimation und gegen die rechte Abbaupolitik in Regierung und Parlament. Zum Wohle unser Kinder und unserer Zukunft.

Miriam Locher, Fraktionspräsidentin SP, Primarlehrerin, Münchenstein

Jan Kirchmayr, Landrat SP, Sekundarlehrer, Aesch

Roman Brunner, Landrat SP, Gymnasiallehrer, Muttenz